Hans Dietrich Unger 

Oktober 2014 bis April 2015

Hans Dietrich Unger, Jahrgang 1948, studierte Romanistik und Latein und unterrichtete diese Fächer bis zur Pensionierung. Er lebt in Bad Brückenau in der Rhön.

Als Bildhauer ist er spät berufen: Erst mit 60 Jahren fand er seine bildnerische Leidenschaft bei einem Bildhauerkurs in Römerstein auf der Schwäbischen Alb. Seitdem besucht er jährlich die einwöchigen Kurse bei Beate Leinmüller, Bildhauerin und Dozentin an der Akademie für Gestaltung im Handwerk in Ulm. Außerdem besuchte er Workshops an der Holzschnitzschule in Bischofsheim und bei Herbert Holzheimer, Holzbildhauermeister in Langenleiten in der Rhön.

Sein großes Vorbild ist Constantin Ḅrăncuşi und dessen „Synthese von elementaren geometrischen Formen und Naturformen, die er zu einer vollendeten Harmonie des Ausdrucks vermittelte“.
Wohl wissend, dass Ḅrăncuşi ein für ihn unerreichbares Ideal darstellt, orientiert er sich doch immer wieder an ihm.

Ungers Arbeit ist geprägt vom Umgang mit der Natur und einem Arbeitsprozess, der das Charakteristische und Elementare des Materials herauszufinden und sichtbar zu machen versucht. Mit einer nahezu erotischen Getriebenheit schmeichelt er sich an seine meist organischen Formen heran, legt Maserungen frei und verdeutlicht deren faszinierendes Lineament. Er akzeptiert Widersprüchliches, Risse und Unregelmäßigkeiten, auch Unbeabsichtigtes als typische Eigenart seines „lebendigen“ Materials, auch wenn es mit seiner anfänglichen Idee nicht übereinstimmt.