Rolf & Ramona Hamleh und Ingrid Engel 

Ramona Hamleh  Eine Werkgruppe von Ramona Müller-Hamleh stellt die Serie der Sternzeichen dar. Kleinformatige Figurinen, symbolisch-surrealistische Personifizierungen eines abstrakten Begriffes. Die heitere pralle Körperlichkeit der weiblichen Figuren, strotzen vor Lebensfreude und Witz. "Lebensfreude". Die äußert sich in einer geschmeidigen oder verwundenen Körperdrehung und einer rhythmisch fließenden Gestik. Alle Figuren wirken ein bisschen amüsiert und entzückt. Entrückt auch, oder umgekehrt: versunken in sich und ihrer Pose, ganz in ihrer Rolle, völlig einig mit sich selbst. In der Pose steckt Poesie und Humor. Amüsant die Attitüden zwischen Selbstverliebtheit und Geniertheit. Tänzerisch, verträumt, und irgendwie selig verschmelzen die Figürchen mit den Attrributen, die ihre Bedeutung als Sternzeichen signalisieren. Sie präsentieren ihre dralle Nacktheit auf der offenen Bühne eines sauber behauenen Sandsteinsockels. Dessen Form ist konsequent kubisch und bildet somit einen Formkontrast zur anatomischen Gestalt der Skulpturen. Der Materialkontrast: Bronze/Sandstein ist ein zusätzlicher ästhetischer Reitz.  

Rolf Hamleh Die Figuren sind gertenschlank. Die Figur folgt in Proportion und Gestik einer überdehnten Körpersprache und wird dadurch zu einer hingezeichneten Chiffre. Dabei liegen alle Segmente nicht wie bei einer wirklichen Strichzeichnung auf einer Ebene, sondern sie gehen in diversen Richtungen in den Raum. Voluminös sind die Skulpturen dieser Art nicht, aber sie beanspruchen Raum. Viel Zwischenraum, hindurchzuschauen. Aber auch der ist bildhauerisch ein Gestaltungselement (Fachsprache: negatives Volumen). In diesen Raum "zeichnet" Rolf Hamleh seine Figuren und setzt die Körpersprache als Ausdrucksmittel ein: Extremitäten recken und grätschen sich; Köpfe senken oder heben sich, Arme gestikulieren, Hände und Finger zeigen, deuten, warnen, wehren ab oder beteuern mit nach oben offenen Handflächen ihre Unschuld. Die Arbeiten haben Kraft und erscheinen als skulpturale Wesen zwischen Archaik und Moderne.

 

Ingrid Engel In Ingrid Engels Stoffbildern stecken lauter Talente und  Leidenschaften drin,  nämlich: traditionelle Handwerkskunst, hohes Gestaltungsgeschick in Form- und Farbgebung und unbändiger Fleiß.

Bei Ingrid Engel erwachsen komplexe Kompositionen aus dem Miteinander dieser kleinteiligen „Patches“ unterschiedlicher Musterung und Farbe. Das ist sozusagen die Mikrostruktur. In der Addition dieser Teile bilden sie Streifen, die sich durch die ganze Bildfläche ziehen oder fügen sich zu größeren Flächen und werden zu Ruhezonen der Komposition.

Tatsächlich entfaltet ihr „Flickwerk“ aus diversen Stoffen eine verblüffend suggestive optische Wirkung fast egal, ob man farbstarke Stoffe oder verschlissene Fetzen auswählt.